Verändert sich in Wasser eingelegter Reis, je nachdem in welcher Stimmung man ihm zuspricht?

Diese Frage versucht Mathieu Zurstrassen am diesjährigen Ars Electronica Festival in Linz mit seinem Werk "I LOVE YOU I HATE YOU TDS*" zu beantworten. Dabei werden zwei identische Behälter mit Wasser und Reis befüllt und auf zwei unterschiedliche Lautsprecher gestellt. Dem einen Behälter werden von einer digitalen Stimme regelmäßig die Tweets von Donald Trump vorgelesen, dem anderen die Posts der Twitterseite "Love Quotes".

Ein Ziel dieses "Experiments" ist es, idealerweise die Ergebnisse eines ähnlich durchgeführten Experiments von Masaru Emoto aus dem Jahre 1980 zu erzielen. Dabei beschriftete Emoto einen Reisbehälter mit "Danke", den anderen mit "Du Idiot". Über die nächsten 30 Tage ließ er Schulkinder die Beschriftungen laut vorlesen. Am Ende des Experiments war der Reis in einem Behälter schwarz, während der andere fast unverändert blieb - der mit der "Danke"-Beschriftung.

Der Frage, wie Pflanzen auf Stimmungen von Menschen reagieren, wollte der CIA-Spezialist für Verhöre Cleve Backster mit Hilfe eines Lügendetektors nachgehen. Zuerst steckte er dazu ein Blatt in heißes Wasser - ohne nennenswerte Ausschläge am Detektor. Dann kam ihm die Idee, die Pflanze anzuzünden und sofort sprang die Nadel des Lügendetektors in die Höhe. Allein der Gedanke daran reichte aus.

Und auch Dr. Friedrich Schwarz, Leiter des Botanisches Gartens in Linz, erzählte kürzlich in einem Interview mit dem Wege-Magazin (2/18) dazu von einem passenden Erlebnis. Vor einigen Jahren musste die Stelle des Orchideengärtners neu besetzt werden. Eine qualifizierte, bereits mit Orchideen erfahrene Person bot sich sofort an. Doch bereits nach einigen Wochen begann der Orchideenbestand zu schrumpfen und zu kränkeln. Schwarz meinte, dem neuen Gärtner würde das Gespür für die Pflanzen fehlen und somit die Reaktion der sensiblen Orchideen erklären. Als schließlich die Stelle von einer anderen Person aus dem bestehendem Team übernommen wurde, blühte die Orchideensammlung in kürzester Zeit wieder auf.

All diese Experimente und Schilderungen sind wissenschaftlich nicht belegt bzw. auch einfach (noch) nicht belegbar. Trotzdem werfen sie die Frage auf, wieviel Kraft denn eigentlich in unseren Gedanken und Gefühlen steckt und wie sehr sie die Realität beeinflussen können.

Ein weiteres, diesmal wissenschaftlich anerkanntes Beispiel ist der Placebo-Effekt, der in der Medizin bereits auch eingesetzt wird. Hier trägt alleine der Glaube und damit die gefühlte Gewissheit der Heilung den Regenerationsprozess. Umgekehrt gibt es auch den Nocebo-Effekt, der in die genau entgegengesetzte Richtung wirkt und somit Schäden verursacht, obwohl keine ursächlich physische Wirkung vorhanden ist.

Das Meer der Möglichkeiten

Dass Beobachter Einfluss auf das Beobachtete haben, ist in der Physik nichts Neues. Bereits Anfang des 20.Jahrhunderts hat die Quantenphysik unser bisheriges Verständnis der Welt auf den Kopf gestellt.

Eine kurze Erklärung dazu anhand des Doppelspalt-Experiments gibt es hier:

Pflanzen und ihre Photosynthese sind ein Grundbaustein auf dem unsere Welt aufbaut und ohne die wir Menschen sich auch nie so entwickeln hätten können. Doch der Prozess der Photosynthese hat etwas Faszinierendes an sich.

Auf dem Weg zum photosynthetisierenden inneren Kern sollte das von der Sonne stammende Photon eigentlich mit allerhand möglichen Teilchen kollidieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Photon diesen Kern erreicht, kann verglichen werden mit der Wahrscheinlichkeit blind durch einen Wald zu laufen und in die Mitte zu finden, ohne dabei nur ein einziges Mal gegen ein Baum zu stoßen. Doch das Photon schafft es immer wieder mit herausragender Effizient einen Weg durch dieses Teilchenlabyrinth zu finden. Aber wie?

Die Pflanze nutzt den quantenmechanischen Effekt der Superposition. Das ist genau der Effekt, der auch Schrödingers Katze widerfährt, die gleichzeitig tod und lebendig ist.


Bei Bedarf hier zum Nachschauen:


Durch die Superposition lässt die Pflanze das Photon alle denkbar möglichen Wege nehmen. Der Großteil dieser Möglichkeiten endet natürlich in einer Kollision mit einem anderen Teilchen und somit zu keiner erfolgreichen Photosynthese. Gibt es aber auch nur einen einzigen möglichen Weg, den das Photon nehmen kann, werden rückwirkend alle denkbar möglichen Wege auf diesen einen erfolgreichen reduziert und die Pflanze betreibt so Photosynthese mit einer sonst unmöglichen Effizienz.


Für Neugierige die Photosynthese etwas genauer erklärt:


Und auch die Sonne nutzt diesen Effekt bei ihrer Kernfusion.


Für weiter Interessierte mehr Informationen:


Diese eigentlich extrem unwahrscheinlichen Möglichkeiten sind die Grundlage für unsere Existenz und unser tägliches Überleben.
Was nehmen wir nun daraus mit?

Das Gesetz der Anziehung

Diese beiden Zitate erfassen gemeinsam schon ziemlich gut das Gesetz der Anziehung:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Talmud
Was Du denkst, bist Du.
Was Du bist, strahlst Du aus.
Was Du ausstrahlst, ziehst Du an.
Buddha

Bei Bedarf eine weitere, bildlichere Darstellung:


Im Grunde geht es darum, dass unser Denken das eigene Handeln bestimmt und das eigene Handeln wiederum, was wir anziehen und was wir anziehen definiert den übergeordneten Zusammenhang, den Kontext, in dem wir denken.

Ein und dasselbe Ereignis löst in jedem Menschen etwas anderes aus. Daher kommt es immer auf die individuelle Interpretation an.

Folgende Situation: Man hat sich ein Treffen mit jemandem ausgemacht und die Person kommt zu spät. Das ist das Ereignis vollkommen objektiv beschrieben. Nun bestimmt die subjektive Interpretation, wie man sich dabei fühlt.

Mag mich die Person nicht (mehr)? Kommt sie deshalb zu spät? Habe ich letztens etwas Falsches gesagt? Oder: Ich bin der Person nicht wichtig. Ich bin enttäuscht und wütend und werde mich bei nächstbester Gelegenheit rächen. Eine andere Option: Vermutlich möchte die Person sich ja eigentlich pünktlich mit mir treffen, aber es sind wohl irgendwelche Umstände wie Stau oder sonstiges aufgetreten.

Welche Interpretation fühlt sich für dich am besten an?
Wäre doch schön, wenn wir diese Wahl immer hätten.
Oh! Wir haben sie ja immer.

Jeden Moment können wir entscheiden, auf was wir unsere Aufmerksamkeit legen. Das ist jedoch ein aktiver Prozess. Handeln wir aus der Gewohnheit heraus, wählen wir unbewusst jene Interpretation, die in unserem Unterbewusstsein durch Kindheit, gemachter, evtl. sogar verfälschter Erfahrungen und Gesellschaft vorprogrammiert sind. Dass diese nicht immer zu der für einen selbst besten Option führen, dürfte auf der Hand liegen.

So wie für das Photon bei der Photosynthese alle denkbaren Möglichkeiten für Wege bestehen, bestehen diese Möglichkeiten, wie wir die Realität schaffen, auch für uns.
So wie es den besten Weg für das Photon gibt, so gibt es auch die individuell beste Option auch für uns.
So wie für das Photon nur ein einziger Weg zum Kern führen muss, reicht auch für uns die Existenz lediglich einer einzigen winzig kleinen Möglichkeit aus, um sie Realität werden zu lassen.

Viktor Frankl, ein österreichischer Psychiater, zeigt in seiner Biografie "Trotzdem Ja zum Leben sagen", wie es möglich ist, allein mit dieser Kraft der Gedanken, trotz Aussetzung mit den unfassbaren Grausamkeiten eines Konzentrationslagers, den Willen zum (Über-)Leben aufrecht zu erhalten.

Synchronizität

Sicher kennt jeder diese Momente, in denen etwas passiert, an das man gerade gedacht hatte. Zum Beispiel meldet sich seit langem wieder einmal eine Person, die man selbst kurz zuvor im Kopf hatte. Ein glücklicher Zufall? Oder (aus eigener Erfahrung), wenn ein enger Freund sich unabhängig von dir plötzlich mit denselben Themen beschäftigt, wie man selbst. Oder, dass man mit einer Kollegin aus der Volksschule, die man mehr als vierzehn Jahre nicht gesehen hat, "plötzlich" die Lebensansichten teilt? Oder überhaupt, dass Dinge, die man gerade braucht, auf einmal von selbst auf einen zukommen?

Carl Gustav Jung bezeichnet solche Erlebnisse als Synchronizität, also wenn ein inneres Ereignis mit einem äußeren zusammenfällt ohne erkennbaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Ob diese wirklich existiert, sei dahin gestellt.

Nehmen wir die Idee der Synchronizität aber probehalber einmal an, dann lässt sich gemeinsam mit den bereits oben erwähnten Erkenntnissen ein weiterer Kreis schließen.

Denn, wenn wir uns wirklich dazu bereit erklären vernünftig und aktiv zu entscheiden, was und wie wir denken und somit unser Handeln und das, was wir anziehen kontrollieren, sind wir so auch in der Lage nicht nur die derzeitige, sondern auch die zukünftige Realität zu (er-)schaffen.

Und was ist das nicht für eine unglaublich befreiende und machtvolle Kraft, die Kraft der Gedanken.


Zum Abschluss noch ein motivierendes und inspirierendes Video, auf das ich während meiner Recherchen gestoßen bin. Genießt's es:


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Foto: Kristopher Roller - Unsplash