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Mächtig, das sind nur die wenigen und was soll man dagegen schon tun, wenn die doch bereits sowieso alles kontrollieren?

So verstehen viele Macht. Im folgenden Text möchte ich klarstellen, dass die wahre Macht in einem selbst steckt und Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich aus solchen Machtverhältnissen befreien kann.

Wie Macht entsteht

Macht ist das Maß, wie sehr man in der Lage ist, den eigenen Willen gegenüber anderen durchzusetzen. Sie kann verschiedene Formen annehmen und aus verschiedenen Situationen heraus entstehen. So ist es möglich, dass eine Person mächtig wird, indem sie eine große Gruppe von Menschen hinter sich versammelt oder gewisse Ressourcen besitzt, auf die andere angewiesen sind.

Macht durch Abhängigkeit

Diese Form der Macht ensteht, wenn andere von etwas abhängig sind. Das mag Geld sein, Liebe, Wissen, aber auch der eigene Körper oder das eigene Leben.

So ist man von einer Erwerbsarbeit abhängig, um mit dem Geld den Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Macht kann auch in Beziehungen entstehen, in der eine Person von der anderen (mehr) abhängig ist und so auch Möglichkeiten des Vertrauensmissbrauchs bestehen.

Auch Wissen kann Macht sein, wenn jemand mehr über eine Sache oder eine Person weiß, als eine andere. Dazu braucht man nur an technologische Patente und Know-How oder an soziale Netzwerke und “Connections” denken, aber auch an Datenkraken, die eine Fülle an Informationen über jemanden sammeln und mehr über eine Person wissen können, als diese selbst.

Durch Folter oder körperliche Drohungen schaffen es andere sich zu behaupten, da man selbst auf einen “funktionierenden” Körper angewiesen ist und die eigene Zufriedenheit davon abhängt, so wenig Schmerzen wie möglich zu erleiden.

Da man als Mensch mit dem Willen zum Überleben ausgestattet wurde, möchte man dieses auch solange wie möglich behalten und macht sich daher auch von diesem abhängig.

Macht durch Freiwilligkeit

Diese Form der Macht entsteht durch freiwillige Abgabe der eigenen Macht an andere.

Autoritäten wie ein Staatsapparat, Wissenschaft, Schule, Gesetze, Medien aber auch Eltern können nur Macht besitzen, wenn sie von der Mehrzahl an Menschen als Machthaber anerkannt werden bzw. bei Eltern wird der Gehorsam bereits von Geburt an (noch) gelehrt. Jeden Moment wäre es möglich diesen Autoritäten ihre Macht zu entziehen, indem man an ihre Macht einfach nicht mehr glaubt.

Die Autorität an sich kann ursprünglich aus einer Abhängigkeit enstanden sein, z.B. eine Abhängigkeit des (Über-)Lebens (Staat: Schutz vor Räubern, Eltern: Schutz bis zum Erwachsenwerden). Das kann auch heute noch einen wichtigen Teil spielen, doch die eigentliche Machtquelle wird tagtäglich durch die freiwillige Machtabgabe eines jeden Einzelnen aufrecht erhalten.

Das geschieht unter anderem bei Wahlen. Die eigene Macht und damit auch ein Teil der eigenen Verantwortung wird abgegeben. Daher herrscht auch der Glaube vor, dass es die gewählten Politiker sind, die die Welt retten und all unsere Probleme lösen sollen. Irgendwann wird man von diesem Glauben aber enttäuscht werden, da Politiker allein dazu einfach nicht im Stande sind.

Ein anderes Beispiel ist Eigentum. Eigentum kann nur entstehen, wenn andere diesen auch respektieren. In der heutigen Welt garantiert das Gewaltmonopol des Staates bzw. genauer dessen Rechtsordnung, dass man anderer Eigentum zu respektieren hat. Daher wäre es auch unzureichend, einfach nicht mehr an das Eigentum anderer zu glauben, da dahinter eben noch ein staatliches Rechtssystem steht, das ebenfalls auf Macht durch Freiwilligkeit aufbaut und das Eigentumsrecht stützt.

Wissen kann diese Form der Macht annehmen, wenn die Macht davon abhängt, dass dieses “Wissen” von vielen Personen freiwillig geglaubt und angenommen wird. So ist es z.B. für eine Regierung einfacher ein Rauchverbot einzuführen, wenn ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber herrscht, dass Rauchen schädlich ist.

Wie man Macht zurück erhält

Könnte sich jede Person ihre eigene Macht wieder zurückholen und somit unabhängig und selbstverantwortlich leben, würde die gesamte Machtgewalt der Welt in derart viele Teile aufgeteilt, die der Anzahl aller Menschen auf der Welt entspricht. Daraus könnte sich in weiterer Folge ein beinahe absoluter Garant gegen Machtmissbrauch entwickeln.

Unabhängigkeit löst Abhängigkeit

Das Zurückholen einer Macht durch Abhängigkeit ist nicht einfach, muss man sich zuvor von dieser Abhängigkeit in irgendeiner Form lösen. Das geht entweder in dem man einen anderen “Lieferanten” für die abhängige Sache findet, selbst die abhängige Sache bereitstellt oder in dem man sich von der Abhängigkeit selbst verabschiedet. Diese drei Optionen können je nach Art der Sache unterschiedlich sinnvoll sein.

So wäre es im Fall von abhängiger Liebe eine Option, zu beginnen, sich selbst zu lieben und damit die Abhängigkeit von einer anderen Person geliebt werden zu müssen, zu lösen.

Geld kann nur Macht ausüben, wenn man sich von Geld beeinflussen lässt. Besitzt man genug Vermögen um die eigene Existenz sichern zu können und somit die Abhängigkeit des (Über-)Lebens wegfällt, kann man Geldangebote, die einem nicht passen, einfach ablehnen.

Eine andere Möglichkeit wäre, sich von einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu lösen und selbständig die eigene Arbeit zu betreiben, was aber im Endeffekt auch wieder neue Abhängigkeiten schaffen kann, wie z.B. eine Abhängigkeit von Kunden oder Kapitalgebern. Das ist dann für jeden selbst von Situation zu Situation abzuwiegen.

Beim Thema Leben wird es heikel. Hier gebt es (bisher) weder alternative “Lieferanten”, noch könnte man sein Leben selbst “herstellen”. Daher bleibt als einzige Möglichkeit, sich von der Abhängigkeit selbst zu lösen.

Lebt man lieber entgegen der eigenen Wertvorstellungen oder stirbt man in Einklang mit ihnen? Das ist eine Frage, die sehr situationsabhängig ist und bei der auch noch viele andere Faktoren mitspielen. Trotzdem sollte man sich dabei auch immer die Frage stellen, was man denn der Nachwelt hinterlassen und wie man in Erinnerung bleiben möchte.

Freiwillige Selbstverantwortung

Bei einer Macht durch Freiwilligkeit kann man sich die eigene Macht jederzeit zurückholen. Als Einzelperson mag es bei Dingen wie gesellschaftlichen Autoritäten oder Eigentum schwierig sein, da diese erst ihre Macht verlieren, wenn die Mehrzahl der Menschen den Glauben daran aufgegeben hat.

Deshalb gehört hier von Beginn an Mut dazu, überhaupt den Mund aufzumachen, auch mit anderen Betroffenen zu sprechen und sich gemeinsam zu organisieren.

Der erste Schritt wird einem aber nicht geschenkt, sondern ist die eigene Entscheidung. Genau das meine ich mit Selbstverantwortung. Sowie sich auch zu erlauben die eigene Meinung zu sagen, anstatt wegzuschauen und das eigene Unwohlsein hinunterzuschlucken.

Zudem ist es bei Abhängigkeiten so, dass nicht jede Person im gleichen Maß abhängig ist. Kommunikation ist der Schlüssel zur Verbindung und Organisation. Weniger Abhängige können für die mehr Abhängigeren sprechen und sich für diese einsetzen.

Jederzeit kann die Wahl getroffen werden zwischen dem bequemen Mitlaufen mit der Masse und damit dem bisherigen Status Quo und der Option, selbst die Verantwortung zu übernehmen und die Welt ein Stück weit in eine bessere Richtung zu bewegen.

Schließlich haben wir die Macht

Kritisches Denken und ständiges Hinterfragen machen es Machthabern schwer, ihre Macht auf Dauer zu halten, wenn sie diese nicht weise gebrauchen. Machen wir es ihnen deshalb nicht einfacher als es ohnehin bereits ist.

“Öffnet euch. Spürt die Macht, die euch umgibt.
Eure Sinne nutzen ihr müsst.“
Yoda


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