Der Menschen Qual ist ihre Suche.

Suche nach Erklärung, nach den Gründen;
Warum was hier und nicht schon dort?
Warum gar da und nicht ganz fort?
Worin soll das alles einmal münden?

Göttliche Geschicke führten lange an,
der Mensch als dessen Untertan.
Befreiung aus der Sklaverei
riss das alte Weltbild dann entzwei.

An Gottes Himmelsthron
macht sich nun die Wissenschaft bequem.
Der Fortschritt es endgültig schafft
des Menschen Ziel: Naturherrschaft.

Da das Mittel heiligt allen Zweck,
jedes Gesetz, was nun der Mensch entdeckt
in seinem Dienste steht und ihm bringt
Werkzeuge für seinen Machtgewinn.

Maschinen lösen Handeln ab,
Telefon macht Reisen kurz,
Computer die Gehirne schlapp.

Am Ende der Entwicklung
steht eine neue Stufe:
Frei von Körper, Zeit und Raum
beginnt der Menschen Göttertraum.

Die Welt zu formen wie man will,
so dass sich jeder Wunsch erfüll'.


Nach Jahren des Genusses,
der so endlos scheint,
siegt schließlich aber doch
die alte Angewohnheit.

Es werden Hürden nun gestaltet,
macht das Leben spannungsreich.

Auch
Abenteuer führen nicht zur Seelenruh',
d'rum ruft man auf eins abzugeben;
die Allmacht der Kontrolle über's ganze Leben.

Ist die Eigenmacht vergessen,
hat die Wagnis schon begonnen,
so ist das Publikum versessen.

Der Traum ist zwar zerronnen,
doch so lebenswert ist nun das Leben,
bis wir uns wieder mal
zum Anfang hin begeben.


Inspiration:


Foto: Robin Benad auf Unsplash