Es reicht bereits die Zeitung aufzuschlagen um von einer Unmenge an Problemen in der Welt bombardiert zu werden. Auch im Alltag begegnen uns immer wieder die kleineren Konflikte des täglichen Lebens. Viel zu oft geben wir dabei die Schuld an diesen Problemen jemanden anderem und nehmen uns selbst aus. So ist das Straßenbahnunternehmen schuld, wenn man selbst nicht rechtzeitig von zu Hause losgegangen ist oder überhaupt die Regierung an allem, da diese die Frechheit besitzt, die gesamten Asylsuchenden der Erde durchzufüttern.

Doch was sind überhaupt die relevanten Probleme? Was kümmert es einen selbst, wenn in der über zwei Stunden entfernten Großstadt eine Mordtat passiert? Man kennt weder die Umstände noch die beteiligten Personen und trotzdem bildet man sich ein Urteil. "Das war sicher das Gesindel aus dem Ausland" oder "Bei uns fühle ich mich immer unsicherer" sind häufige erste Reaktionen. Wenn auch noch Probleme globalen Ausmaßes hinzukommen, wie der voranschreitende Klimawandel, fühlt man sich schnell ohnmächtig.

Was kann man selbst tun

Was soll man da als Einzelperson schon ausrichten? Wie soll man so ganz allein die Welt verändern? Wenn doch nur alle so handeln würden wie man selbst. Aber stopp.
Jetzt bewegen wir uns mal einen Schritt zurück und fragen uns: Verhalten wir uns denn wirklich so, wie wir es uns von allen anderen wünschen würden?
Tja, wie soll denn dann je eine Veränderung zustande kommen, wenn man diese Veränderung nicht einmal selbst lebt?

Der erste Konter wird vermutlich wieder eine Schuldverschiebung auf die anderen sein. "Die wollen sich ja nicht ändern". "Erst wenn sich die anderen ändern, ändere ich mich auch".

Würden aber alle so denken, warten wir auf irgendeine auserwählte Person, die für uns alle als Vorbild dienen würde. Das kann dauern. Oder man macht einfach selbst den ersten Schritt. Einfacher wird es nicht mehr. Schließlich muss man sich dann ja auch nur so verhalten, wie man es sich auch selbst am liebsten für die Welt wünschen würde. Nichts leichter als das, oder?

Wie wir die Welt verändern können

Gut, wir haben uns nun selbst überzeugt, einmal so zu handeln, wie wir es uns gerne wünschen. Aber wie bringen wir auch andere dazu auf diesen Zug aufzuspringen? Dauernd alleine den Moralapostel zu spielen, macht auf die Dauer ja auch nicht wirklich Spaß.

Die Wahrheit ist, direkt können wir einen anderen Menschen nicht ändern. Das kann nur dieser selbst. Was man aber verändern kann, ist die Realität, die diese Menschen wahrnehmen können. Und zwar in Form von dem, was diese sehen, hören oder sonst noch beobachten können, wenn wir selbst handeln und wie wir mit anderen Personen umgehen. Ganz allgemein unser eigenes Verhalten und die virtuelle Realität, die wir in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, aber unter anderem auch durch die von uns gewählte Sprache erschaffen und die durch andere Personen wahrnehmbar ist.

Jeder Mensch auf dieser Welt hat in seinem Leben ganz eigene Erfahrungen gemacht, die ihn geformt und dessen einzigartigen Blick auf die Welt geschaffen haben. Diese individuelle Perspektive wurde also an vergangenem Verhalten ausgerichtet. Und nach genau dieser Perspektive richten sich auch die eigenen Handlungen der Gegenwart. Daher ist es wichtig, den Mitmenschen aufzuzeigen, wie es denn eigentlich anders sein kann und zwar heute, genauer gesagt, jetzt in diesem Moment. So können wir deren Realität verändern. Natürlich aber nicht deren eigene Wahrnehmung. Dazu gehört noch eine Portion Achtsamkeit des Gegenübers. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Alles basiert auf menschlichen Handlungen

Alle Probleme der Welt, mögen sie noch so groß oder auch noch so unbedeutend sein, basieren auf Handlungen von Einzelpersonen. Deren Handlungen richten sich nach deren Perspektive vom Leben, die wiederrum auf den gemachten Erfahrungen und daraus erfolgten Schlussfolgerungen - deren Glaubenssätze - aufbauen. Den einzigen Teil, den wir an dieser Welt wirklich selbst ändern können, sind wir selbst. Alles darüber hinaus kann uns zwar auch betreffen, lässt sich aber wiederrum auf eine Handlung einer Einzelperson hinunterbrechen, frei nach dem Motto "so hätte ich nicht gehandelt". Dann handle eben nicht so.

Wir schaffen in jedem Moment die Realität neu. Verändern wir sie in eine Richtung die uns gut tut, so reagieren auch andere darauf. Nur so ist es möglich nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Und das ganz ohne äußeren Zwang, der dann später nämlich irgendwann einmal dazu führen wird, dass Menschen die diese Veränderung nie innerlich verstanden haben, dann erst recht nicht nach diesen Vorstellungen handeln werden.

Die Welt zu verändern scheint also gar nicht so schwer zu sein. Man muss eben nur bei sich selbst anfangen.

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
Gandhi


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